Ratgeber

Funktionsunterwäsche: die Basisschicht

Funktionsunterwäsche ist die unterste Schicht im Zwiebelprinzip und liegt direkt auf der Haut. Diese Seite stützt sich auf die Beiträge des Deutschen Alpenvereins (DAV) „Wie funktioniert das: Funktionsunterwäsche“ (Stand 01.02.2023) und „Mit Merinowolle unterwegs“ (Stand 20.01.2025) sowie auf die Verbraucherzentrale NRW (Stand 12. März 2026), abgerufen am 27. Oktober 2026.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Wanderer schließt auf dem Gipfel den Reißverschluss seiner Jacke

Was die Basisschicht leisten soll

Laut DAV soll Unterwäsche für den Bergsport bei Kälte warm halten, bei Hitze kühlen und Schweiß nach außen abtransportieren. Sie soll nicht einschneiden oder scheuern. Bequeme Modelle haben laut DAV breite Bündchen, flache Nähte und einen eng anliegenden Schnitt.

Materialien im Vergleich

Material Stärken laut DAV Schwächen laut DAV
Kunstfaser (zum Beispiel Polyester) leitet Feuchtigkeit zuverlässig ab, trocknet schnell, pflegeleicht hält nass nicht warm, neigt stärker zu Geruch
Merinowolle transportiert Schweiß von der Haut, wärmt auch feucht, bleibt länger geruchsneutral schwerer, aufwendigere Pflege, Fasern weniger robust
Mischgewebe verbindet Eigenschaften, etwa Merino mit Elastan für mehr Dehnbarkeit je nach Mischung
Baumwolle angenehm auf der Haut saugt Feuchtigkeit auf, ohne sie abzugeben; als Funktionswäsche ungeeignet

Der DAV rät, sich bei der Wahl zwischen synthetischem und natürlichem Material von den eigenen Vorlieben leiten zu lassen.

Warum Baumwolle beim Schwitzen nicht passt

Baumwolle saugt laut DAV Schweiß auf und hält ihn auf der Haut. Damit funktioniert auch das Schichtsystem darüber nicht mehr, egal wie gut Jacke und Fleece sind. Im DAV-Beitrag „Das richtige Wanderoutfit“ heißt es, Baumwollunterwäsche durchbreche die Kette der Atmungsaktivität schon von Beginn an. Ein echter Nachteil ist das laut DAV vor allem bei schweißtreibenden Aktivitäten.

Merinowolle genauer

Laut DAV sind Merinofasern mit 16,5 bis 24 Mikrometern etwa halb so dick wie herkömmliche Schurwolle und kratzen deshalb kaum. Die Wolle kann bis zu einem Drittel ihres Trockengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen. Ein Merinoshirt riecht laut DAV weniger schnell, weil es das feuchte Klima verhindert, in dem sich Bakterien vermehren. Das ist ein Vorteil auf Mehrtagestouren.

Zur Herkunft weist der DAV auf das Mulesing hin, das vor allem in Australien verbreitet ist und das er aus Tierschutzsicht ablehnt. Siegel wie GOTS oder RWS stehen laut DAV für Wolle ohne Mulesing.

Pflege

  • Merino: laut DAV bei 30 bis 40 °C waschen, ohne Weichspüler und Bleichmittel, mit Wollwaschmittel ohne Protease, am besten ohne Trockner trocknen. Oft reicht Auslüften.
  • Kunstfaser: laut DAV pflegeleicht. Beim Waschen können sich Fasern lösen und als Mikroplastik ins Abwasser gelangen. Die Verbraucherzentrale NRW rät, Kunstfasertextilien möglichst selten zu waschen und die Maschine voll zu beladen.
  • Immer: das Pflegeetikett beachten, siehe Outdoorjacke waschen.

So kombinieren Sie die Basisschicht

Über die Basisschicht kommen bei Bedarf Fleece oder eine isolierende Jacke und bei Wind oder Regen eine Außenschicht. Welche Schichten bei welcher Temperatur sinnvoll sind, schätzt der Zwiebel-Planer. Die Jackentypen erklärt die Seite Softshell oder Hardshell. Der DAV rät außerdem, immer Wechselwäsche mitzunehmen.

Häufige Fragen

Ist Merino oder Kunstfaser besser?

Das hängt vom Einsatz ab. Kunstfaser trocknet laut DAV schneller, Merino wärmt auch feucht und riecht weniger schnell.

Kann ich ein Baumwoll-T-Shirt zum Wandern tragen?

Für schweißtreibende Touren rät der DAV davon ab, weil Baumwolle Feuchtigkeit aufsaugt und nicht abgibt.

Wie wasche ich Merinounterwäsche?

Laut DAV bei 30 bis 40 °C mit Wollwaschmittel ohne Protease, ohne Weichspüler. Maßgeblich ist das Pflegeetikett.

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