Ratgeber
Outdoorjacke imprägnieren: wann und wie
Perlt Regen nicht mehr ab, sondern saugt sich der Oberstoff voll, ist eine neue Imprägnierung fällig. Diese Seite fasst die Hinweise des Deutschen Alpenvereins (DAV), des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR, Presseinformation 03/2020), des Umweltbundesamts (UBA, Stand 07.02.2023) und der Verbraucherzentrale NRW (Stand 12. März 2026) zusammen, abgerufen am 27. Oktober 2026. Die Anleitung auf dem Imprägniermittel hat Vorrang.

Wann imprägnieren?
Der Oberstoff von Membranjacken ist laut DAV wasserabweisend ausgerüstet, weil Nässe auf der Außenseite die Funktion der Jacke behindert. Der DAV empfiehlt diese Reihenfolge:
- Jacke waschen, weil Schweiß und Schmutz die Funktion behindern, siehe Outdoorjacke waschen.
- Wenn das Etikett es erlaubt: 20 Minuten in den Trockner. Das reaktiviert die vorhandene Imprägnierung.
- Lässt der Oberstoff danach noch Wasser durch: mit Pumpspray oder Einwaschimprägnierung nachbehandeln.
Einwaschen oder Sprühen
| Methode | Hinweis |
|---|---|
| Einwaschmittel | kommt in die Waschmaschine, keine Sprühnebel; laut DAV eine der empfohlenen Varianten |
| Pumpspray | laut DAV ebenfalls empfohlen |
| Sprühdose | setzt Aerosole frei, siehe BfR-Hinweis unten |
Ob und wie Sie das Mittel mit Wärme aktivieren, steht in der Gebrauchsanweisung.
Hinweis des BfR zu Sprays
Das BfR hat im Projekt „NANOaers“ untersucht, wie Lungenzellen auf Aerosole aus Imprägniersprays reagieren (Presseinformation vom 21.01.2020). Kleinste Tröpfchen können laut BfR beim Einatmen bis tief in die Lunge gelangen. Lösungsmittel und Zusatzstoffe im Spray beeinflussen den Schaden an den Zellen mit. Wenige und kurze Sprühstöße führten zu geringerer Aufnahme; auch Abstand zur Düse und Lüftung spielen laut BfR eine Rolle. Für Sie heißt das:
- für gute Lüftung sorgen, etwa durch geöffnete Fenster
- wenige, kurze Sprühstöße und Abstand zur Düse
- ein Einwaschmittel wählen, wenn Sie Sprühnebel ganz vermeiden wollen
Mittel ohne PFAS
Viele Imprägniersprays enthalten laut Verbraucherzentrale NRW fluorhaltige Stoffe. Die Verbraucherzentrale rät zu Produkten mit dem Hinweis „fluorfrei“, „PFC-frei“ oder „frei von PFAS“. Bei „PFOA-frei“ oder „PFOS-frei“ sind laut Verbraucherzentrale in der Regel trotzdem andere Fluorverbindungen enthalten. Das UBA nennt natürliche Fette und Wachse als Alternative zu PFAS-haltigen Sprays.
Ältere Imprägniersprays ohne klaren Hinweis „ohne PFAS/PFC“ sollten laut DAV-Beitrag „High Performance ohne PFAS“ (Stand 29.09.2026) nicht aufgebraucht werden, weil sie die Umwelt direkt belasten. Mehr zum Thema unter PFAS-freie Outdoor-Kleidung.
Wanderschuhe imprägnieren
Laut den Pflegehinweisen eines Bergschuhherstellers lässt die wasserabweisende Ausrüstung von Schuhen mit der Zeit nach und muss erneuert werden. Der Hersteller rät, Schuhe schon vor dem ersten Einsatz zu pflegen und dann zu imprägnieren, wenn sie noch nicht ganz trocken sind. Der DAV empfiehlt für Bergschuhe Mittel ohne Fluorchemie. Weitere Pflegetipps stehen unter Wanderschuhe.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich meine Jacke imprägnieren?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Laut DAV erst waschen und im Trockner reaktivieren; nachimprägnieren, wenn der Oberstoff dann noch Wasser durchlässt.
Ist Imprägnierspray gefährlich?
Laut BfR können feine Tröpfchen aus Sprays tief in die Lunge gelangen. Sorgen Sie für Lüftung, sprühen Sie kurz und mit Abstand, oder nehmen Sie ein Einwaschmittel.
Woran erkenne ich ein Imprägniermittel ohne PFAS?
Laut Verbraucherzentrale NRW an Hinweisen wie „fluorfrei“, „PFC-frei“ oder „frei von PFAS“. „PFOA-frei“ reicht nicht.
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