Ratgeber

Outdoor-Kleidung ohne PFAS

PFAS stecken in vielen wetterfesten Jacken und Imprägniermitteln. Was sie sind und wie Sie PFAS-freie Kleidung erkennen, erklären das Umweltbundesamt (UBA) auf mehreren Themenseiten (2015 bis 2024) und die Verbraucherzentrale NRW (Stand 12. März 2026), abgerufen am 27. Oktober 2026. Aussagen zur Gesundheit geben wir nur so wieder, wie die Quellen sie formulieren.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Wassertropfen perlen auf einem blauen Stoff ab

Was PFAS sind

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, früher auch PFC abgekürzt. Laut UBA umfasst die Gruppe mehr als 10.000 Stoffe. Sie sind sehr stabil sowie wasser-, schmutz- und fettabweisend. Laut UBA werden sie in Outdoor-Ausrüstung für atmungsaktive Membranen und für Imprägnierungen eingesetzt.

Die Kehrseite beschreibt das UBA so: PFAS sind kaum abbaubar, bleiben lange in der Umwelt und werden deshalb Ewigkeitschemikalien genannt. Sie können sich in Nahrungsketten anreichern und sind weltweit in Wasser, Luft und Boden nachweisbar. Einige PFAS wirken laut UBA gesundheitsschädlich auf den Menschen.

PFAS-freie Kleidung erkennen

Die Verbraucherzentrale NRW gibt diese Hinweise:

Angabe Bewertung laut Verbraucherzentrale NRW
„fluorfrei“, „frei von PFC“, „ohne PFAS“ darauf beim Neukauf achten
„PFOA-frei“, „PFOS-frei“ Vorsicht: kann trotzdem andere Fluorchemikalien enthalten
Membran aus PTFE fluorierter Kunststoff, besser eine fluorfreie Membran

Viele Hersteller erklären laut Verbraucherzentrale auf ihren Websites, ob sie fluorfrei imprägnieren und woraus ihre Membranen bestehen. Außerdem haben Sie laut UBA ein Auskunftsrecht: Sie können Händler, Hersteller oder Importeur fragen, ob ein Produkt besonders besorgniserregende Stoffe enthält. Der Hersteller muss laut UBA innerhalb von 45 Tagen antworten.

Siegel

Siegel können bei der Auswahl helfen. Was sie genau prüfen, ist unterschiedlich.

  • Blauer Engel und GOTS: Das UBA nennt beide als Beispiele für gekennzeichnete Textilien, wenn Sie PFAS meiden wollen (Stand 07.02.2023).
  • bluesign: Laut Verbraucherzentrale NRW müssen seit dem 1. Januar 2025 alle so gekennzeichneten Artikel ohne absichtlichen Einsatz von PFAS hergestellt werden.
  • OEKO-TEX: Laut Verbraucherzentrale NRW wurde im Januar 2024 ein Grenzwert für die Summe aller PFAS eingeführt, der eine absichtliche Verwendung ausschließt.
  • Grüner Knopf: das staatliche Siegel für nachhaltige Textilien mit sozialen und ökologischen Anforderungen (gruener-knopf.de). Auf der Startseite nennt es keine eigenen PFAS-Kriterien.

Weitere Informationen zu Nachhaltigkeitssiegeln für Kleidung finden Sie laut Verbraucherzentrale NRW auf dem Portal siegelklarheit.de.

Alte Jacke weitertragen oder entsorgen?

Die Verbraucherzentrale NRW hält es ökologisch nicht für sinnvoll, vorhandene Ausrüstung durch neue zu ersetzen. Auch der DAV rät im Beitrag „High Performance ohne PFAS“ (Stand 29.09.2026), Ausrüstung zu nutzen, solange sie intakt ist. Vom Tragen PFAS-haltiger Kleidung geht laut DAV, soweit bekannt, vergleichsweise wenig Schaden aus; die größte Belastung entsteht bei der Herstellung.

Zur Entsorgung hat das UBA 2024 eine Studie zu PFAS in Abfällen veröffentlicht. Ergebnis: Regenjacken und andere eventuell mit PFAS behandelte Textilien sollten nicht über das normale Textilrecycling entsorgt werden. Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Entsorger nach, wohin solche Kleidung gehört.

Wie Sie ohne Fluorchemie nachimprägnieren, lesen Sie unter Imprägnieren. Wie Sie die Jacke schonend waschen, steht unter Outdoorjacke waschen.

EU-Regeln

Das UBA hat 2023 zusammen mit Behörden aus vier weiteren Staaten einen Vorschlag eingereicht, PFAS in der EU als ganze Gruppe zu beschränken, mit Ausnahmen. Für eine einzelne Stoffgruppe gilt bereits eine Beschränkung: Nach der Verordnung (EU) 2024/2462 vom 19. September 2024 (Amtsblatt der EU, abgerufen am 28. Oktober 2026) dürfen Textilien, Leder, Pelze und Häute in Kleidung und Zubehör sowie Schuhe für die breite Öffentlichkeit seit dem 10. Oktober 2026 nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie mindestens 25 ppb Undecafluorhexansäure (PFHxA) und ihre Salze oder 1.000 ppb PFHxA-verwandte Stoffe enthalten. Andere PFAS sind davon nicht erfasst. Den aktuellen Stand der Gruppenbeschränkung finden Sie beim UBA.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Outdoorjacke ohne PFAS?

Laut Verbraucherzentrale NRW an Angaben wie „fluorfrei“, „frei von PFC“ oder „ohne PFAS“. „PFOA-frei“ allein reicht nicht.

Soll ich meine alte Jacke mit PFAS wegwerfen?

Nein. Verbraucherzentrale NRW und DAV raten, vorhandene Kleidung weiter zu nutzen, solange sie intakt ist.

Gehört eine alte Regenjacke in den Altkleidercontainer?

Laut einer UBA-Studie von 2024 sollten möglicherweise PFAS-behandelte Textilien nicht ins normale Textilrecycling. Fragen Sie Ihren örtlichen Entsorger.

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