Ratgeber
Softshell oder Hardshell: Jackentypen im Vergleich
Ob Softshell, Hardshell oder Fleece: Jede Jacke hat im Schichtsystem eine andere Aufgabe. Grundlage dieser Seite sind die Beiträge des Deutschen Alpenvereins (DAV) „Das richtige Wanderoutfit“ (Stand 18.03.2026), „Fleece-Oberteile als Midlayer“ (Stand 31.01.2024), „Daune oder Kunstfaser“ (Stand 04.10.2023) und „Wetterschutzbekleidung“ (Stand 26.07.2023), abgerufen am 27. Oktober 2026.

Die Jackentypen im Überblick
| Typ | Schicht | Eigenschaften laut DAV | Einsatz laut DAV |
|---|---|---|---|
| Fleece | Wärmeschicht | leitet Schweiß weg, pflegeleicht | beim Loslaufen, in Pausen, bei Kälte |
| Daunenjacke | Wärmeschicht oder außen bei Trockenheit | beste Isolation bei geringem Gewicht und kleinem Packmaß, darf nicht nass werden | trockene Kälte |
| Kunstfaserjacke | Wärmeschicht oder außen bei Trockenheit | wärmt nass noch bis zu 80 %, trocknet schneller | kühl und feucht |
| Softshell | Außen- oder Zwischenschicht | weich, warm, dehnbar, sehr atmungsaktiv | kühle, windige Tage |
| Hardshell | Außenschicht | wasserdicht und atmungsaktiv | Regen, „richtiges Sauwetter“ |
Fleece als Wärmeschicht
Laut DAV wird Fleece nach Gewicht unterschieden: Je schwerer der Stoff, desto dichter der Flor und desto wärmer. Der DAV nennt etwa 100 g/m² für den Sommer und 300 g/m² und mehr für den Winter. Viele Fleecestoffe enthalten neben Polyester 5 bis 10 % Elastan. Eine Alternative ist Merinowolle, die laut DAV geruchsneutral ist, aber langsamer trocknet.
Daune oder Kunstfaser
Die Wärmeleistung von Daune hängt laut DAV von der Bauschkraft ab, gemessen in cuin. 550 cuin gelten normalerweise als Minimum, Daunen für Expeditionsjacken haben 900 cuin. Auch das Verhältnis von Daunen zu Federn zählt: 90/10 ist wärmer als 80/20. Kunstfaserfüllung behält laut DAV in nassem Zustand bis zu 80 % ihrer Wärmeleistung. Für Mehrtagestouren in regenreichen Gebieten nennt der DAV deshalb Kunstfaser, für trockene, sehr kalte Bedingungen Daune.
Softshell und Hardshell
Eine Softshell hat laut DAV Schnittmengen mit Fleece und Hardshell. Sie ist bequem und atmungsaktiv und kann außen oder unter der Hardshell getragen werden. Als winddicht gelten laut DAV Textilien, die höchstens 5 Liter Luft pro Sekunde und Quadratmeter durchlassen.
Eine Hardshell ist eine wasserdichte, atmungsaktive Regenjacke mit Membran oder Beschichtung. Wie sie aufgebaut ist, steht unter Regenjacke, was die Angaben zur Wasserdichtigkeit bedeuten, unter Wassersäule.
Schichten richtig kombinieren
Der DAV nennt diese Regeln für die Passform:
- Die Schichten müssen übereinander passen. Probieren Sie neue Jacken mit Ihrem dicksten Fleece an.
- Je dünner die Lage, desto näher am Körper.
- Teile mit Membran gehören normalerweise über Teile ohne Membran.
- Ärmel und Rücken nicht zu kurz, unter den Achseln nicht zu eng.
Welche Schichten bei welcher Temperatur sinnvoll sind, schätzt der Zwiebel-Planer.
Häufige Fragen
Ist eine Softshelljacke wasserdicht?
Der DAV empfiehlt die Softshell für kühle, windige Tage und für richtigen Regen eine Hardshell. Ob ein Modell wasserdicht ist, steht in der Herstellerangabe.
Daune oder Kunstfaser für eine Wandertour?
Laut DAV hält Kunstfaser bei Nässe noch warm und trocknet schneller. Daune isoliert bei gleichem Gewicht besser, darf aber nicht nass werden.
Wie warm sollte eine Fleecejacke sein?
Der DAV nennt rund 100 g/m² für den Sommer und 300 g/m² und mehr für den Winter.
Weiterlesen
RegenjackeRegenjacke fürs Wandern: Membran oder Beschichtung, 2-, 2,5- und 3-Lagen-Laminat, abgedichtete Nähte, Belüftung und Regenhose. Mit Hinweisen zu PFAS.Weiterlesen
WassersäuleWassersäule und Atmungsaktivität erklärt: wie die Wassersäule gemessen wird, was der RET-Wert sagt, ab wann Stoffe winddicht sind und wo die Grenzen liegen.Weiterlesen
ZwiebelprinzipZwiebelprinzip erklärt: Basisschicht, Wärmeschicht und Wetterschutz. Mit Zwiebel-Planer für Temperatur am Ziel, Windchill und Schichten je Körperzone.Weiterlesen