Ratgeber

Outdoor-Bekleidung online kaufen: Passform und Rechte

Beim Online-Kauf von Outdoor-Bekleidung können Sie nicht vorher anprobieren. Diese Seite zeigt, worauf Sie bei Passform und Produktangaben achten und welche Rechte Sie nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) haben. Die Paragrafen stammen von gesetze-im-internet.de, die Passformhinweise vom Deutschen Alpenverein (DAV), beides abgerufen am 27. Oktober 2026. Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Mann öffnet zu Hause ein online bestelltes Paket

Passform zu Hause prüfen

Outdoor-Kleidung wird meist in Schichten getragen. Der DAV rät in seinem Beitrag zu Fleece-Oberteilen (Stand 31.01.2024), neue Teile zusammen mit den Kleidungsstücken anzuprobieren, die Sie schon haben. Passt die Regenjacke nicht über das dicke Fleece, funktioniert das System nicht. Weitere Punkte laut DAV:

  • Ärmel und Rückenpartie nicht zu kurz
  • unter den Achseln nicht zu eng
  • dünne Lagen nah am Körper, Teile mit Membran über Teilen ohne Membran

Wie die Schichten zusammenspielen, lesen Sie unter Zwiebelprinzip. Für Wanderschuhe gelten eigene Regeln, siehe Wanderschuhe kaufen.

Produktangaben lesen

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Angaben zu Ihrem Einsatz passen: Material der Basisschicht, Membran oder Beschichtung, abgedichtete Nähte. Die Verbraucherzentrale NRW (Stand 12. März 2026) empfiehlt, auf Hinweise wie „fluorfrei“, „frei von PFC“ oder „ohne PFAS“ zu achten. Bei „PFOA-frei“ oder „PFOS-frei“ können laut Verbraucherzentrale trotzdem andere Fluorchemikalien enthalten sein. Mehr dazu unter PFAS-freie Outdoor-Kleidung.

Widerruf bei Bestellungen im Internet

Regel Paragraf Inhalt
Widerrufsrecht § 312g Abs. 1 BGB gilt für Fernabsatzverträge mit Verbrauchern
Frist § 355 Abs. 2 BGB 14 Tage, ohne Begründung
Fristbeginn § 356 Abs. 2 BGB beim Warenkauf, sobald Sie die Ware erhalten haben, bei Teillieferungen mit der letzten Sendung
Fristbeginn ohne Belehrung § 356 Abs. 3 BGB die Frist beginnt erst, wenn der Händler ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert hat
Rückzahlung § 357 Abs. 1 und 2 BGB spätestens nach 14 Tagen, einschließlich der Standardversandkosten
Rücksendekosten § 357 Abs. 5 BGB trägt der Verbraucher, wenn der Händler vorher darüber informiert hat und sie nicht selbst übernimmt

Für die Frist genügt nach § 355 Abs. 1 BGB, dass Sie den Widerruf rechtzeitig absenden. Ausgenommen sind nach § 312g Abs. 2 Nr. 3 BGB versiegelte Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn die Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde.

Anprobieren und Wertersatz

Sie dürfen die Ware prüfen wie in einem Geschäft. Wertersatz schulden Sie nach § 357a Abs. 1 BGB nur für einen Wertverlust, der auf einen Umgang zurückgeht, der zur Prüfung von Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise nicht nötig war, und nur, wenn der Händler Sie über das Widerrufsrecht belehrt hat. Probieren Sie deshalb drinnen an und lassen Sie Etiketten dran, bis Sie sich entschieden haben.

Wenn die Ware einen Mangel hat

Ist die Ware mangelhaft, können Sie nach § 439 Abs. 1 BGB zunächst Nacherfüllung verlangen, nach Ihrer Wahl Reparatur oder Ersatz. Die Kosten dafür trägt nach § 439 Abs. 2 BGB der Verkäufer. Die Ansprüche verjähren nach § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB in zwei Jahren ab Ablieferung. Zeigt sich ein Mangel innerhalb eines Jahres nach Übergabe, wird beim Kauf vom Unternehmer nach § 477 Abs. 1 BGB vermutet, dass er schon bei Übergabe bestand.

Ob ein Mangel vorliegt, hängt vom Einzelfall ab. Dass eine wasserabweisende Ausrüstung mit der Zeit nachlässt und erneuert werden muss, schreiben Bergschuhhersteller in ihren Pflegehinweisen. Wie Sie sie erneuern, lesen Sie unter Imprägnieren.

Häufige Fragen

Wie lange kann ich online gekaufte Outdoor-Kleidung zurückgeben?

Das gesetzliche Widerrufsrecht beträgt nach § 355 Abs. 2 BGB 14 Tage ab Erhalt der Ware. Längere Fristen sind freiwillige Angebote des Händlers.

Muss ich die Rücksendung selbst bezahlen?

Nach § 357 Abs. 5 BGB ja, wenn der Händler Sie vorher darüber informiert hat und die Kosten nicht freiwillig übernimmt.

Wie lange habe ich Mängelrechte bei einer Jacke?

Zwei Jahre ab Ablieferung nach § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB. Im ersten Jahr wird nach § 477 BGB vermutet, dass der Mangel schon bei Übergabe vorlag.

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