Ratgeber
Regenjacke zum Wandern: Aufbau und Auswahl
Eine Regenjacke soll Regen und Wind abhalten und Schweißdampf hinauslassen. Wie das technisch gelöst wird, erklärt der Deutsche Alpenverein (DAV) im Beitrag „Wie funktioniert das: Wetterschutzbekleidung“ (Stand 26.07.2023). Hinweise zu Fluorchemie stammen von der Verbraucherzentrale NRW (Stand 12. März 2026). Beides abgerufen am 27. Oktober 2026.

Warum Atmungsaktivität zählt
Eine dichte Jacke zu bauen ist laut DAV nicht schwer. Wer sich darin bewegt, wird aber durch Schweiß von innen nässer als von außen durch Regen. Atmungsaktive Stoffe lassen deshalb Wasserdampf nach außen, aber keine Tropfen nach innen. Der DAV weist auf eine Grenze hin: Das gilt nur für Schweißdampf. Hat der Schweiß schon Tropfen gebildet, bleibt er drin wie Regenwasser.
Membran oder Beschichtung
Laut DAV beruhen die meisten Wetterschutzstoffe darauf, dass Wasserdampf viel kleinere Teilchen bildet als Regentropfen.
- Membran: eine sehr dünne Schicht (Hundertstelmillimeter) mit winzigen Poren oder einem chemischen Transportweg für Feuchtigkeit. Sie wird mit Oberstoff, Trägermaterial oder Futter kombiniert.
- Beschichtung: eine Schicht mit Mikroporen, die direkt auf den Stoff aufgetragen ist.
Damit eine Jacke dicht ist, müssen laut DAV alle Nähte abgedichtet sein. Den Oberstoff von Membranjacken rüsten Hersteller üblicherweise wasserabweisend aus, weil Nässe auf der Außenseite die Funktion behindert.
2-, 2,5- und 3-Lagen
| Aufbau | Beschreibung laut DAV |
|---|---|
| 2-Lagen-Laminat | Membran mit Oberstoff verbunden, Futter lose eingenäht; leicht, bequem, mit Isolation kombinierbar |
| 2,5-Lagen-Laminat | Membran mit Oberstoff verbunden, statt Futter ein aufgedrucktes Kunststoffmuster; sehr leicht und luftig |
| 3-Lagen-Laminat | Oberstoff, Membran und Futter fest verbunden; etwas steifer, besonders leistungsfähig und langlebig |
Wie dicht ein Stoff ist und wie gut er Dampf durchlässt, wird in Wassersäule und RET-Wert angegeben. Was die Zahlen bedeuten, steht unter Wassersäule.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Belüftung: Reißverschlüsse an kritischen Stellen helfen laut DAV beim Aufstieg.
- Passform: Die Jacke muss über Ihre Wärmeschicht passen. Probieren Sie sie mit Fleece an, siehe Softshell oder Hardshell.
- Membran ohne Fluorchemie: Die Verbraucherzentrale NRW rät zu Membranen, die nicht aus fluorierten Kunststoffen wie PTFE bestehen, und zu Angaben wie „fluorfrei“ oder „ohne PFAS“. Mehr unter PFAS-freie Outdoor-Kleidung.
- Regenhose: Der DAV führt Regenjacken und Regenhosen auch in seiner Packliste für Touren mit Kindern auf (Stand 28.07.2026).
Pflege der Regenjacke
Der DAV rät, auch Membranjacken zu waschen, weil Schweiß und Schmutz die Funktion behindern. Danach können 20 Minuten im Trockner die Imprägnierung reaktivieren, sofern das Pflegeetikett den Trockner erlaubt. Lässt der Oberstoff trotzdem Wasser durch, empfiehlt der DAV Pumpspray oder Einwaschimprägnierung. Welche Schichten Sie bei welchem Wetter unter der Jacke brauchen, schätzt der Zwiebel-Planer.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 2-Lagen und 3-Lagen?
Beim 3-Lagen-Laminat sind Oberstoff, Membran und Futter fest verbunden. Beim 2-Lagen-Laminat ist das Futter lose eingenäht. So beschreibt es der DAV.
Warum werde ich in der Regenjacke trotzdem nass?
Atmungsaktive Stoffe lassen laut DAV nur Schweißdampf durch. Hat sich Schweiß zu Tropfen gesammelt, bleibt er in der Jacke.
Muss eine Regenjacke abgedichtete Nähte haben?
Ja. Laut DAV ist die Abdichtung aller Nähte wichtig für die Wasserdichtigkeit.
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